Wachstumsschub im Veneto

Wachstumsschub im Veneto

Die Minipiraten geben sich die Ehre. Im Rahmen der Trofeo Topolino in Treviso treten sie in einem wahren Matchmarathon an. Und wachsen über sich hinaus. Das letzte Spiel am Sonntag. Gegen Flaminia Rugby Roma. Die U12 der Rugby Union Donau Wien geht vor, schnell und leichtfüßig, in breiter Linie, passt den Ball über die ganze Spielfläche, zaubert eine Aktion, die vor einem Tag noch undenkbar gewesen war – und legt einen Try. Das Spiel ist zwar verloren, aber sie haben an Selbstvertrauen und Können gewonnen. Das nehmen die Burschen mit aus Treviso.

Die Trofeo Topolino (heuer am 14. und 15. Mai) ist das größte Jugend-Rugby-Turnier Europas. 528 Teams der Altersklassen U6 bis U14 treffen im Veneto aufeinander. Lautstark unterstützt und angefeuert von Eltern und Fans, die aus ganz Italien angereist sind. Dazwischen verlieren sich die wenigen Teams, die aus anderen Ländern stammen. So wie „Vienna Rugby“ – so bezeichnen Veranstalter die Gäste aus Wien der Einfachheit halber (und haben insofern Recht, als die U12 und die U14 durch je einen Spieler von Stade Wien verstärkt werden). Aber die Gäste zeigen auf. Zum Beispiel gegen Rugby Lazio. Ein gutes Team, stark, organisiert, perfekt aufeinander eingespielt, was wiederum kein Wunder ist, als Lazio jeden Sonntag ein Match bestreitet. Lazio also, die in der U12 auf die Minipiraten stoßen – und wahrlich kein leichtes Spiel haben. Die Wiener Burschen halten dagegen, wehren sich, tacklen, attackieren, hauen sich rein und geben niemals auf. Lazio gewinnt das Match letztendlich. Die U12 der Minipiraten aber geht aufrecht vom Feld, „battered but unbroken.“

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Drei Siege erringen in den zwei Tagen die U8 und die U10. Manchmal ist es knapp, liegt noch ein Erfolg mehr in Reichweite, bleibt indes in letzter Minute verwehrt, zwei Siege bringt die U12 nach Hause, einzig der U14 bleibt dieses Erfolgserlebnis verwehrt. Die U8 belegt schließlich Platz 109 in ihrer Altersklasse, die U10, als erfolgreichste Truppe, erringt Platz 79 von 128, die U12 wird 48. von 64 und die U14 schließlich 28. von 32. „Wir hätten noch besser sein können“, sagen die Jungs unisono. „Da war mehr drin.“ Einerlei, sie waren dabei. Mitten drin in der Trofeo Topolino. Die ist ein Rugby-Festival der Sonderklasse. Ins Leben gerufen schon vor 38 Jahren, unterstützt, finanziert, aufgebaut, vermarktet von Benetton, seit 25 Jahren vom Disney-Konzern mitveranstaltet. Mithin alles andere als eine Micky-Maus-Veranstaltung. Vereine bauen Zelte auf, Labstationen komplett ausgestattet mit Wein, Prosecco und Bier für die Erwachsenen, mit Wasser und Säften für die Jugendlichen, mit Blechen voll Kuchen, Körben voll Brot, Platten mit Schinken, Wurst und Käse. Volksfeststimmung, gute Laune und allgemeine Verbrüderung.

Am späten Nachmittag des 15. Mai treffen die besten Teams aller Klassen im Rugby-Stadion von Treviso aufeinander, nun sind es die „großen“ Teams, die um den Titel wetteifern. Bei den U14 der Burschen siegt „Benetton Rugby A“, bei den Mädchen „Villorba Rugby“, bei der U12 ist es „Valsugana Rugby“, bei der U10 „CUS Milano B“, bei der U8 „Benetton Rugby A“ und bei der U6 „Parma Rugby“. Jubel im Stadion, trotz kühler Temperaturen. Dann und wann gehen Schauer nieder, immer wieder bricht die Sonne durch. Durchaus viel Licht sieht Thomas Gabriel, der die U12 der Minipiraten in Treviso betreut. „Was die Burschen geleistet haben, ist enorm. Sie haben weniger Praxis, keine Austauschspieler, waren klar in der Rolle der Außenseiter. Aber sie haben alles gegeben und wir haben viel gelernt“, resümiert „Fledda“ die zwei Tage von Treviso. „Die Jungs können nur besser werden, wenn sie gegen bessere Mannschaften spielen“, ergänzt Craig Morgan, der die U14 betreut. „Und das haben sie bewiesen.“

Text: Franziskus von Kerssenbrock
Fotos: Brit Dohnal und Thomas Messner

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