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Alexander Bercovici im Lineout. Quelle: Pascal Fröhlich

Als ob die österreichische Nationalmannschaft in der Extraliga spielt, sagt Trainer Donau Wien

16.2.2026

Autor des Artikels: Petr Býma

Die Tschechische Rugby Extraliga hat eine neue Aufgabe erhalten. RU Donau Wien, der erste ausländische Verein, der jemals in der tschechischen oder tschechoslowakischen höchsten Spielklasse spielte, besiegte Vyškov zu Hause im ersten und historischen Spiel am Wochenende. "Es ist eine große Ehre für uns, mit Ihren Top-Teams spielen zu dürfen", sagt Sebastian Freydell, Donau-Trainer und ehemaliger Profi-Rugbyspieler, in einem Interview. "Wir sind auf ein viel höheres Niveau gerückt."

Das Niveau des österreichischen Rugbys ist deutlich schwächer als das der Tschechischen Republik. Die Nationalmannschaft der südlichen Nachbarn spielt die Europameisterschaft eine Ebene niedriger, in der Conference-Division. Doch der Wiener Verein ist die entscheidende Kraft im österreichischen Rugby. "In der Startelf von Österreich gibt es normalerweise etwa zwölf Donau-Spieler. In der breiteren Nationalmannschaft gibt es etwa zwanzig", sagt Sebastian Freydell. "Ja, man kann sagen, dass tschechische Extra-League-Teams gegen den Kern der österreichischen Nationalmannschaft spielen", lächelt der Trainer.

Die Strategie des Donau-Clubs und damit des gesamten österreichischen Rugbys ähnelt tatsächlich sehr dem, was der tschechische Rugbyverband anstrebt. Das nationale Auswahlteam, de facto die tschechische Nationalmannschaft, Bohemia Rugby Warriors, arbeitet ebenfalls an der "höheren Konkurrenz" an der Entwicklung. Die tschechische Nationalmannschaft spielt in der Trophy-Division, aber im Supercup treten die Warriors ausschließlich gegen Teams der höheren Meisterschaftsebene (aus Portugal, Spanien oder Rumänien) an.


Spiel zwischen Donau Wien und Vyškov. Im Hintergrund das Ernst Happel Stadium. Quelle: Pascal Fröhlich

Sebastian, im ersten historischen Spiel der tschechischen Extraliga hast ihr Vyškov klar besiegt. Wie war das Spiel?
Der Gegner kam mit einem ganz anderen Team als dem, dem wir im Herbstpokal gegenüberstanden. Sie hatten nun drei oder vier Argentinier bei sich. Wir spürten die Kraft der Extraliga direkt in der ersten Mühle, Vyškov empfing uns mit großer Intensität.

Nach einer Viertelstunde hast du jedoch die ersten fünf bestanden.

Wir schüttelten unsere Nervosität ab und begannen, die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Geduldig, aber klar, erhöhten wir dann die Punktzahl. Dennoch verteidigte Vyškov weiterhin sehr hart und selbstlos. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spieltempo noch weiter erhöht, obwohl wir dieses Jahr keine Verstärkungen haben. Es hilft uns, dass die Spieler schon seit mehreren Jahren zusammen sind und gut koordiniert sind.

Am Samstag spielt ihr wieder zu Hause im Prater, diesmal gegen Slavia. Der Beginn der Saison war sehr erfolgreich.
Ja, Slavien besiegte eindeutig die Titelverteidiger Tatra Smíchov. Wir wissen, dass wir in diesem Duell noch mehr hinzufügen müssen.

Warum haben Sie sich entschieden, an tschechischen Wettbewerben teilzunehmen?
Im Jahr 2023 begannen wir, im mährischen Teil der 1. Liga zu spielen. Der Hauptgrund war, einen Weg zu finden, das Leistungswachstum unserer Spieler sicherzustellen. Und tatsächlich für das gesamte österreichische Rugby.

Wie viele Vereine hat österreichisches Rugby?
Etwa fünfzehn. Die Hauptvereine sind Donau, Celtic, Stade, Graz, SG Oberösterreich und Innsbruck.

Und das Niveau der Wettbewerbe?
Eine, oder besser gesagt, wir teilen uns eine Hauptliga mit anderen: Alpe Adria Rugby. Teams aus Österreich, Slowenien, Kroatien und der Slowakei treten dort an. Dort haben wir unsere dritte Herrenmannschaft hinter dem Donau (unsere zweite Mannschaft spielt dann in der gemeinsamen ungarisch-österreichischen Liga). Der einzige rein österreichische Wettbewerb ist unser nationaler Pokal (Austrian Cup), der als K.-o.-Wettbewerb ausgetragen wird.

Donau Wien Match gegen Vyškov. Im Zentrum Dan Cutler. Quelle: Pascal Fröhlich

Sebastian, du hast persönlich eine sehr interessante Rugby-Geschichte, oder?
Ja, ich wurde der erste österreichische Profi-Rugbyspieler, der in unserem Land gelernt hat, diesen Sport zu spielen. Ich habe in Argentinien, Südafrika, Frankreich, England und Italien gespielt.

Und wie viele Einsätze hast du für die österreichische Nationalmannschaft?
Ich weiß nicht mal, zwanzig, fünfundzwanzig? Nicht so sehr, ich war lange im Ausland und habe auch als Coach gearbeitet. Im Ausland und zu Hause. Zum Beispiel führte ich die österreichische U18 an.

Und als Trainer von Donau?
Ich habe als Assistent angefangen, aber ich habe weitergespielt. Dann war ich lange verletzt und habe 2017 als Cheftrainer angefangen. Seitdem konzentriere ich mich stark darauf, junge Spieler auszubilden und uns strukturiert und vor allem langfristig weiterzuentwickeln. Die Teilnahme an der tschechischen Extraliga ist daher für uns ein klarer, logischer Schritt nach vorn.

Das historische Spiel zwischen Donau Wien und Vyškov wurde von einem Trio von Schiedsrichtern geleitet: Jonáš Doležil, Hanka, Erika Radochová,
Jakub Jindra. Quelle: Pascal Fröhlich

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